Life Coaching - Dr. Marion Jakumeit
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  Life Coaching - Dr. Marion Jakumeit

Verstrickungen

Tadle nichts Menschliches. Alles ist gut, nur nicht überall, nur nicht immer, nur nicht für alle. (Novalis)



Unter Verstrickung versteht man eine in der Regel unbewusste Bindung an die eigene Ursprungsfamilie bzw. Sippe. Ein Beispiel: Trotz intensiver Anstrengungen gelingt es einem Unternehmer nicht, nachhaltigen Erfolg mit seinen brillianten Produkten zu haben, bis ans Licht kommt, dass sowohl Großvater als auch Urgroßvater mit ihren Betrieben Insolvenz anmelden mussten. Eine Art Loyalität oder eben Verstrickung sorgt dafür, im eigenen Leben nicht erfolgreicher zu sein als die Ahnen, um ihnen auf diese Weise Respekt zu zollen und zum System dazuzugehören. Im Familiencoaching tritt häufig zu Tage, dass ein Kind aus 2. Ehe einen nicht gewürdigten Partner aus einer ersten Ehe „vertritt“ und in Teilen sein Schicksal nachlebt oder im Verhalten auffällig ist. Dieses Verhalten ist natürlich unbewusst. Man nennt diese Art der Verstrickung auch Identifizierung.

Eine andere, häufige Form der Verstrickung resultiert aus dem Wunsch, Ausgleich zu schaffen für ein Unrecht, dass an einem Familienmitglied in einer früheren Generation begangen wurde. So traut sich eine Frau unbewusst nicht zu heiraten, weil einer bereits verstorbenen Tante die Heirat in Kriegszeiten aus wirtschaftlichen Gründen verwehrt wurde. Auch Krankheiten, die über Generationen hinweg immer wieder auftreten, können Ausdruck einer bestimmten Verstrickung sein, in diesem Fall eine Nachfolge-Dynamik, die auf dem Wunsch \"Lieber ich als du!\" basiert und den unbewussten Versuch verdeutlicht, einem andern, älteren Familienmitglied Kummer, Krankheit oder Leid zu ersparen, in dem man es selbst auf sich nimmt. Dieser Vorgang ist in der Regel dem Tagesbewusstsein nicht zugänglich, beim Familienstellen wird allerdings schnell deutlich, dass hier die Erklärung dafür zu finden ist, dass ein Mensch sein Leben nicht wirklich annehmen und genießen oder Freude empfinden kann.

Sehr häufig haben Beziehungskonflikte oder Erschöpfungszustände wie Burnout ihre Ursache in einer sogenannten Parentifizierung. In diesem Fall tauschen die Eltern oder ein Elternteil und das Kind gewissermaßen die Rollen. Die Eltern können ihrer Elternfunktion nur teilweise gerecht werden (z.B. weil sie die Trauer um ein früh verstorbenes Geschwisterkind gefangen hält, sie an einer Depression leiden oder ein Suchtproblem haben); das Kind übernimmt unbewusst eine überfordernde \"Eltern-Rolle\".

Eine Verstrickung ist ein (unbewusster) Versuch, auf ein Ungleichgewicht innerhalb des Familiensystems (vermeintlich ausgleichend) zu reagieren. Dieses Ungleichgewicht ist meist keineswegs aktuell, sondern hat seinen Ursprung bereits in weiter zurückliegenden Generationen - und ist deshalb dem Tagesbewusstseins des Problemträgers nicht zugänglich.

Verstrickungen wirken sich stets hinderlich aus auf die berufliche Entfaltung und auf das eigene Beziehungs- und Familienleben. Sichtbar werden sie durch Familienaufstellungen, aber auch durch einfühlsame Gespräche mit einem Coach, der das gesamte System im Blick hat und so mit geschultem Auge „Muster“ erkennt, die Wirkung haben, so dass allmählich Lösungen aus den Verstrickungen möglich werden.
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